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ELLEN MÖCKEL: Trüsel 2, 2021

Ellen Möckel

11.6. — 19.9.

Die Galerie GE59 eröffnet ihre Räume mit der ersten Solopräsentation der Künstlerin Ellen Möckel, *1984 geboren in Rostock, lebt und arbeitet in Berlin.

Der Titel der Ausstellung »Tippschnack« kommt aus dem plattdeutschen und heißt übersetzt soviel wie Chatten im Internet. Im Grunde geht es also um die kurze und schnelllebige Form von Kommunikation. Einer diesem Raum geschuldeten Flüchtigkeit, der Ellen Möckel hier ausgiebig Ihre Aufmerksamkeit widmet. Dabei werden vorrangig Zeichnungen gezeigt, die an der Schnittstelle zwischen analogen und digitalen Medien entstanden sind.

Ellen Möckel arbeitet mit verschiedenen Druckverfahren: Schneidplotter, Lasercutter, Gravurapparate und Drucker dienen dem Prozess der entstehenden Werke, um Ihre Zeichnungen in Material zu übersetzen. Die persönliche Handschrift steht im Hintergrund, während die Maschinen in den Fokus gerückt werden. Sie nimmt die Rolle der anti-heldenhaften Dirigentin ein, um aus der Distanz vor den sich bildenden Arbeiten hinter dem Bildschirm zu agieren. Dabei spielt das Relief eine besondere Rolle in Ihrem Schaffen: Das Arbeiten mit verschiedenen Oberflächen im Gegenüber und das Schichten von Material steht sinnbildlich für die Überlagerung von Kommunikation. Unaufhörlich ineinander greifende Strukturen aus Linien und Flächen auf dem Untergrund beschreiben die schwer zu greifende Materialität. Was ist also Sein und was nur Schein?

Im Gegenüberstellen, Kreuzen und Hervorheben abwechselnder Positiv- und Negativ-Formen, Geometrie und wirren Freiformen, wird die Ungewissheit bestehender Verhältnisse thematisiert. Die Künstlerin karikiert im unvermittelten Aufeinanderprallen fragmentarischer Zeichnungselemente aktuelle Zusammenhänge von Idee, Nutzen und möglicher Vielfalt durch Variation. Aus ihrem Archiv von Architekturbildern, Zeichen und Symbolen werden einzelne Quellen digital dekonstruiert und analog neu rekonstruiert. Im stetigen Ausloten verschiedenartiger Gesprächsfetzen durch Wiederholung im Bildraum entsteht immer auch ein zirkulierender Moment.

Vor allem stellt sich jedoch die Frage, was im Hier und Jetzt aus dem Pott medialer Informationsflut tatsächlich Bedeutung bekommt.
Fotos: dotgain.info

Über GE59

GE59 ist ein »Art-Work-Space« für Ansichten, Austausch und Gelegenheiten.
Ein Ort für Kunst und Kaffee. Für Lesungen, Vorträge, Diskussionen. Für Töpfern. Für Brot. Ein Raum. Eigentlich zwei. Mit Optionen auf drei. Viel offenes Drinnen, bisschen draußen. Kompakt, aber ausladend flexibel.
Initiiert und bespielt von HENKELHIEDL und sendefähig.

Geöffnet dienstags 12-14 Uhr, donnerstags 16-19 Uhr und nach Vereinbarung.

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Außenansicht des Eingangs zur Galerie GE59